Mutter und Tochter:

die Mutterwunde

Der Begriff der Mutterwunde ("MotherWoundTM") geht auf die Arbeit von Bethany Webster zurück.

Sie arbeitet mit Frauen an der Heilung der Beziehung zwischen Mutter und Tochter und unterstützt Frauen darin, Selbstliebe und Selbstfürsorge für sich zu erschaffen und damit kraftvoll ins Leben zu gehen. 

 

Die Mutterwunde meint den Schmerz, den wir Frauen in männlich dominierten Gesellschaften über Generationen von Frauen unbewusst und ungewollt weiterreichen. In dieser Gesellschaft wird Frauen oft immer noch ein hoher Preis für Mutterschaft abverlangt, indem die unausgesprochene Botschaft an die Mütter lautet: 

  • Superwoman würde das alles schaffen: wohlerzogene Kinder - tadelloser Haushalt - attraktiv und sexy bleiben - erfolgreicher Beruf - glücklicher Ehemann, warum du also nicht? Schäm dich!
  • Wenn dir die Opfer, die du nun mal für deine Kinder bringen musst, zu groß sind, bist du selbstsüchtig, undankbar und keine echte Mama. Mit dir stimmt was nicht!

Fakt ist, Mütter müssen immer noch oft verzichten: entweder auf eine erfüllende berufliche Entwicklung, oder auf genug Zeit mit ihren Kindern, auf selbstverständliche Wertschätzung, Anerkennung und Unterstützung von ihrer Umgebung und der Gesellschaft im Ganzen. Wohin sollen sie nun mit diesen brodelnden Gefühlen von Groll, Zorn, Enttäuschung, Überforderung, Ausgehungertsein und Ratlosigkeit? 

 

Also werden diese Gefühle unterdrückt, da sie keinen Platz im Leben finden. Unbewusst und unvermeidlich reichen die Mütter diese Botschaft nun an ihre eigenen Töchter weiter. Die Beziehung zwischen Müttern und Töchtern ist daher belastet und leider oft nicht nur liebevoll, sondern auch geprägt von emotionaler Distanz, Schmerz, Mangel, Unverständnis, Wut, Konkurrenz oder Schuldgefühlen.

So haben die Töchter kaum eine Wahl: entweder sie wachsen aus Loyalität nicht über die Träume und Ziele ihre Mütter hinaus, beschneiden aber ihren Selbstausdruck, ihre Kraft  und ihre Lebendigkeit dafür. Oder sie rebellieren und verlieren (oder befürchten zu verlieren) die Liebe und Anerkennung der Mutter. Die Beziehung schlägt in Konkurrenz um und die Tochter kann der Mutter emotional nicht mehr nahe sein.

 

All die vergeblichen und nicht wirklich funktionierenden Bewältigungsstrategien, die wir entwickelt haben, um mit dem Schmerz umgehen zu können, sind Teil dieser Wunde, die wir in uns tragen. Sie zeigt sich in:

  • Selbstsabotage und übertriebenen Selbstzweifeln, um keine Bedrohung für andere zu sein
  • der Bereitschaft sich schlecht behandeln zu lassen
  • dem übergroßen Bedürfnis das Leben und die Menschen zu kontrollieren und selbst rigide zu sein
  • emotionaler Überfürsorglichkeit oder der nötigen Bestätigung durch gefühlte Unentbehrlichkeit

Kein Wunder, dass auf so einem Boden schädliche Verhaltensmuster, Süchte, Depressionen und Essstörungen entstehen können. Da die Beziehung zu unserer Mutter aber nicht hinterfragt werden darf und quasi tabu ist, da diese ja so viel für uns getan hat (selbst wenn es nicht genug, oder nicht auf die passende Weise für uns war), ist es schwer, genau hinzuschauen und das anzunehmen, was wir an Trauer, Zorn und Angst wirklich fühlen.

 

Jede Tochter kann jedoch für sich selbst die Mutter werden, die sie immer gebraucht hätte, und sich selbst die Liebe, Anerkennung und den Freiraum geben, um über sich und die eigene Mutter hinauszuwachsen. Mütter können ihre Töchter erst dann wirklich frei in ihr eigenes Leben gehen lassen, wenn sie selbst die ungelebten Gefühle anerkennen und einen Umgang mit ihrer eigenen Mutterwunde gefunden haben. Es ist auch als Mutter möglich, diesen unerlösten Gefühlen in einem sicheren Rahmen Raum zu geben und damit dieses unselige Erbe zu unterbrechen.

 

Mein Ansatz ist inspiriert von der Arbeit und den Grundkonzepten von Bethany Webster, hat jedoch noch eine eigene Ausrichtung, die die Aufstellungsarbeit, das Coaching und ggf. die Arbeit mit Entwicklungs- und Bindungstraumata mit einbezieht.

 

Gerne spreche ich mit Ihnen über Ihr Anliegen!