Das Wort Trauma stammt aus dem griechischen und bedeutet Wunde. Wir sprechen hier also von seelischen Wunden, die bis in den Körper hinein Spuren hinterlassen können. Der Körper findet,
einfach gesagt, nicht mehr aus der Schreck- oder Stressreaktion heraus, die das traumatisierende Ereignis in ihm ausgelöst hat, sondern er verharrt darin. Das Ereignis/die
Ereignisse werden auch nicht zusammenhängend erinnert, sondern sind nur bruchstückhaft gespeichert. Bei Entwicklungstrauma wird zudem das Selbstbild verzerrt, und unser authentischer
Selbstausdruck und unsere Lebendigkeit leiden.
Ein Ereignis, das für die eine Person traumatisch sein kann, ist es für eine andere Person nicht. Wie kommt das?
Dass wir Menschen uns oft sehr voneinander unterscheiden, ist nichts Neues. Auch in der Art, wie wir auf schwierige Umstände reagieren, zeigt sich diese Verschiedenheit.
Je nachdem in welchem Alter und Zustand wir zum Zeitpunkt des Geschehens sind (also wie differenziert und gereift wir emotional, geistig und körperlich darauf reagieren können) sind wir mehr oder weniger in der Lage, es zu verdauen und zu integrieren. Auch die Stabilität unserer Lebensumstände, unser Beziehungsgefüge, die Art und Verfügbarkeit unserer inneren und äußeren Ressourcen, und die Regulationsfähigkeit unseres Nervensystems, bestimmen darüber, ob wir in Anpassung an das Erlebte ein Trauma entwickeln, oder nicht.
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Wir Menschen verfügen über erstaunliche Selbstheilungskräfte.
Unser Körper kann - manchmal mit etwas Hilfe der Medizin - viele Krankheiten überstehen und wieder ganz gesund werden. Dennoch liegen zwischen einer Schürfwunde und einem komplizierten Splitterbruch Welten, denn während das eine meist spurlos von selbst heilt, braucht das andere viel Zeit, Geduld und Hinwendung. Es ist möglich, dass Narben und Beeinträchtigungen zurückbleiben, mit denen wir dann lernen zu leben.
Bei unserer Psyche ist es nicht anders.
Je nach Lebensalter, Umständen, Umfeld, Dauer und Schwere des Ereignisses, können wir auch nach einem psychischen Trauma wieder in unsere Balance zurückfinden. Unser Nervensystem kann aus seinem Ungleichgewicht herausfinden und wir können das Erlebte sinnhaft und zeitlich in die eigene Lebensgeschichte einordnen und integrieren. Unser Toleranzfenster kann wieder weiter werden, und dadurch können wir uns selbst besser regulieren und beruhigen, wenn wir ins Trudeln gekommen sind.
Kurz gesagt: unsere Selbstregulationsfähigkeit funktioniert wieder, und wir können uns in Körper, Geist und Emotionen gut spüren und begleiten. Unser Blick auf uns selbst ist offener und freundlicher, und wir fühlen uns flexibler in unseren Möglichkeiten mit dem zum Leben gehörenden Herausforderungen umzugehen.
Das Erlebte hinterlässt in jedem Fall Spuren, denn es ist nicht ungeschehen zu machen. Allerdings können wir lernen, wieder eine achtsame und freundliche Verbindung mit uns selbst zu halten, und entspannter und freudiger am Leben teilzunehmen.
Traumaheilung ist gelungen, wenn:
Annette Reiche
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Traumatherapie (NARM® und PITT)
Orientierungs- & Wertecoaching
systemische Aufstellungsarbeit
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